In Suwon haben wir wunderbare Menschen kennengelernt!

13.07.2019 Uhr

In Suwon haben wir wunderbare Menschen kennengelernt!

Freiburgs Partnerstadt Suwon veranstaltete in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit dem südkoreanischen Ministerium für Gender-Gleichstellung und Familie und der Provinz Gyeonggi-do die 15. KOREA YOUTH EXPO . Aus diesem Grund lud die Stadt Suwon Schülerinnen und Schüler aus ihren internationalen Partnerstädten ein, sich an der Ausstellung unter dem Titel "Youth enjoying the present and youth opening the future" mit einem Beitrag zum globalen Austausch als Botschafterinnen und Botschafter ihrer Heimatstädte zu beteiligen. Charlotte Stäbler (KS1) berichtet von der spannenden Reise unserer Schülerinnen und Schüler nach Südkorea.

„Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was verzählen (sic!)“, so beginnt Matthias Claudius seine Verssatire vom Herrn Urian, der um die Welt gereist ist und seinen staunenden Zeitgenossen seine Eindrücke berichtet. Auch wir, eine Gruppe von zehn Schülern und zwei Lehrkräften des Freiburger Friedrich-Gymnasiums, haben eine Reise getan, von der wir mit vielen Eindrücken und Erinnerungen zurückgekehrt sind. Davon möchte ich im Folgenden berichten. Anlass unserer Reise nach Südkorea war die 15. Korea Youth Expo in Freiburgs Partnerstadt, Suwon, vom 21. bis 26. Mai. Als ein Teil des Messeauftritts waren Delegationen von Jugendlichen aus allen Partnerstädten Suwons eingeladen worden, ihre Städte zu präsentieren, mit besonderem Schwerpunkt auf deren Nachhaltigkeitsprojekten.

Seit Jahresbeginn trafen wir uns einmal in der Woche mit unserer Lehrerin, Frau Julia Kaufmann, in einer eigens ins Leben gerufenen AG. Im Rahmen dieser Suwon-AG haben wir die Inhalte und das Design unseres Messestandes erarbeitet. In den Wochen und Monaten vor der großen Fahrt produzierte ein Teil der Gruppe einen aufwändigen und dennoch persönlichen Imagefilm über das Leben junger Leute in unsere Heimatstadt, Drohnenaufnahmen inklusive. Andere planten die räumliche Aufteilung unseres Standes, wieder andere waren mit der Beschaffung von geeignetem Ausstellungsmaterial betraut. Ich selbst habe gemeinsam mit drei Mitschülern einen Instragram-Account erstellt (@freiburgsk2019), um unsere Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit zu erhöhen.

15. KOREA YOUTH EXPO, Suwon

Die Hinreise am 21. Mai 2019 verlief unspektakulär. Am Dienstag, 21. Mai, war es dann soweit: Am frühen Morgen trafen wir uns am Flughafen in Basel und kamen mit einer Zeitverschiebung von sieben Stunden am frühen Morgen des folgenden Tages in Seoul an. Wir alle mussten zunächst eine Zollerklärung abgeben und ein weiteres Formular, in dem wir glaubhaft versicherten, dass wir bei der Einreise weder eine ansteckende Infektionskrankheit noch andere körperliche Beschwerden mitbrachten. Ca. anderthalb Stunden später konnten wir den frei zugänglichen Bereich des Flughafens betreten, wo uns zwei Angestellte der Stadt Suwon höflich in Empfang nahmen.

15. KOREA YOUTH EXPO, Suwon

Eine weitere Stunde später saßen wir in dem Bus, der uns zum Hotel brachte. Das Innere dieses als Linienbus anmutenden Hotelshuttles barg für jeden von uns einen luxuriösen Voll-Ledersessel – eine Wohltat für unsere schmerzenden Glieder nach elf Stunden Flug. Auch unsere Unterkunft für die nächsten fünf Tage war so gar nicht das, was man im Zusammenhang mit „Schulreise“ erwartet, sondern ein richtiges Hotel. Zweierzimmer statt Schlafsäle, WLAN, hauseigener Starbuck’s, Fitnessraum,üppiges Frühstücksbuffet.

Am Vormittag des nächsten Tages standen die Präsentationen der Partnerstädte auf dem Programm. In kleinen Teams stellten die Jugendlichen die regionale Kultur und die Traditionen ihrer Städte vor. Während wir Freiburger die Aspekte der Nachhaltigkeit in unserer Stadt und dem Umland hervorhoben, stellten die Vertreter der anderen Partnerstädte die Wirtschaftskraft ihrer Regionen in den Vordergrund. Mittags wurden wir mit Lunchboxen „de luxe“ verwöhnt, und dann hieß es die Messestände aufbauen. Nein, zuerst noch eine weitere Eröffnungszeremonie: diesmal in der Messehalle, aber keineswegs weniger aufwändig als die erste.

15. KOREA YOUTH EXPO, Suwon

Die Fülle an Eindrücken und Erlebnissen auch nur annähernd getreu wiederzugeben würde den Rahmen meines Berichts sprengen. Deshalb will ich mich im Folgenden auf das beschränken, was mir persönlich als besonders erzählenswert erscheint. Zunächst einige Begegnungen, die bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Man hatte uns einige koreanische Studenten als „helfende Hände“ zur Seite gestellt. Zu unserer Überraschung erklärten sie uns gleich, dass es für sie als Gastgeber selbstverständlich sei, den Großteil der Präsentation unseres Messestandes zu übernehmen. Auch hatten wir weder mit einer derartig fürsorglichen Rundum-Betreuung durch das Messe-Team noch mit einer eigens für uns engagierten Simultan-Dolmetscherin – der wunderbaren Gyowon – gerechnet. Am Erstaunlichsten war für uns jedoch, dass sich unzählige Jugendliche aus Korea und den anderen Partnerstädten ständig mit uns fotografieren wollten – offensichtlich liegt Deutschland in Südkorea voll im Trend.

Zurück zur Chronologie: Nachdem man uns etwas Zeit zum Ausruhen gegeben hatte, wurden wir gegen Mittag in der Hotellobby erwartet, wo wir gemeinsam mit Jugendlichen aus aller Welt zum ersten Mittagessen in Korea aufbrachen. An dieser Stelle dann der erste Kulturschock: 11:50 Uhr heißt in Südkorea nicht ‚irgendwann zwischen 11:45 und 11:57, sondern genau 11:50! Jedes spätere Eintreffen wird vom Gastgeber als Beleidigung aufgefasst und gilt in der Gesellschaft schlicht als peinlich.

Das Mittagsbuffet bot uns den Reichtum der fernöstlichen Speisen und begeisterte die meisten unserer Reisegruppe restlos. Nach diesem ersten Einblick in die südkoreanische Tischkultur wurden wir direkt vor dem Restaurant von einem Bus (mit WLAN an Bord) abgeholt, der uns zum ersten Programmpunkt des Ankunftstages chauffierte. In einem Park durften wir uns im Bogenschießen üben. Es folgten eine Sightseeing-Tour durch die Altstadt Suwons und die geführte Besichtigung der beeindruckenden UNESCO Weltkulturerbestätte Hwaseong.

15. KOREA YOUTH EXPO, Suwon

Zum Abschluss dieses Tages voller erster Eindrücke erlebten wir die Eröffnungszeremonie der Korea Youth Expo 2019 auf dem Gelände des Convention Center. Die da gebotene Show war ein wahres Feuerwerk an Acts der koreanischen Pop- und Hiphop-Szene, unterbrochen von Reden politischer Vertreter des Landes – spätestens hier wurde uns klar: Unsere südkoreanischen Gastgeber sind nicht nur sehr großzügig und gastfreundlich. Es ist ihnen auch eine Ehrensache, ihre Kultur zu zeigen und uns daran teilhaben zu lassen.

Einige unvergessliche Eindrücke aus Südkorea: Der (mindestens) mannshohe lebende Krebs im Aquarium der Fischabteilung eines Supermarkts (...mein erster Gedanke: Wer wird hier wen fressen?); der riesige, hochmoderne Nachbau des Seeparkturms mitsamt Ökostation – genannt „Freiburg Observatory“; der Abend in Seoul inklusive Privatvorstellung im absolut beeindruckenden ersten Breakdance-Theater der Welt und unser Besuch im Korea Folk Village – einer Mischung aus Freilichtmuseum und Vergnügungspark.

Abschließend kann ich sagen: Ich bin für jede einzelne Begegnung und Erfahrung während unserer Zeit in Suwon dankbar. Mögen einige Verhaltensweisen und soziale Normen in Südkorea anfangs geradezu einschüchternd gewirkt haben, etwa die distanzierte Höflichkeit, habe ich doch das Land und vor allem seine unglaublich freundlichen Leute in dieser kurzen Zeit sehr ins Herz geschlossen.

15. KOREA YOUTH EXPO, Suwon

Oh, die Rückreise! Sie war ein reiner Hindernislauf: Der Luftraum über China gesperrt, Anschluss in Frankfurt verpasst, Hotelübernachtung am Frankfurter Flughafen, die uns Frau Kaufmann heldenhaft erstritten hat. Schließlich auch kein Flug nach Basel, sondern ein ICE nach Freiburg. Mit 23 Stunden Verspätung kamen wir schließlich sehr müde und erschöpft, aber dennoch glücklich am Hauptbahnhof Freiburg an.

Das Reisen hat sich gewiss gewandelt seit der Zeit von Matthias Claudius. Überhaupt will ich hoffen, dass mein „Verzählen“ etwas ernsthafter geraten ist als jenes des Herrn Urian, der am Ende es überall so fand

... wie hier, Fand überall ’n Sparren, Die Menschen gradeso wie wir, Und eben solche Narren.

Nein, wir sind um vieles reicher von dieser großen Reise zurückgekommen. In Suwon haben wir wunderbare Menschen kennengelernt, mit denen wir auch in Zukunft in Kontakt bleiben wollen. An die Adresse von Frau Kaufmann, das Friedrich-Gymnasium und die Stadt Freiburg, die uns das ermöglicht haben, möchte ich in Abwandlung des Gedichts schließen: „Da haben sie gar nicht übel dran getan!“

Schulfotograf Marc Bob (KS1) mit seinen besten Impressionen aus Suwon:

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